Angst als Chance

Die Ereignisse die sich seit Wochen in der Welt – im Besonderen hier in Europa – ereignen sind dramatisch, fordern uns, jedoch auch, sich bewusst und differenziert damit auseinander zu setzen. Zumindest ist dies meine Meinung und Wahrnehmung.

Für viele – wenn nicht sogar für die Meisten – ist es bedrohlich was gerade passiert. Greift uns essentielll – letztlich existenzielll – an. Triggert die ureigenen und unbewusste Ängste, die tief in einem schlummern. Die eigene Angst u. a. angreifbar, ausgeliefert, schutzlos, verletzbar zu sein und letztlich die eigene Angst vor dem Tod.

So dramatisch alles ist und wichtig Mitgefühl und Anteilnahme walten zu lassen – lade ich im Besonderen in dieser herausfordernden Zeit dazu ein, sich mit dem auseinander zu setzen was sich in einem selbst zeigt. Was aufgerüttelt wird und wahrgenommen werden will. Gegen das zwar im Aussen versucht wird *anzukämpfen* damit es Innerlich nicht wahrgenommen oder gespürt werden kann … die eigene Angst, Schmerz, Leid.

Es gilt die Ereignisse im Aussen auch als persönliche Chance zu begreifen. Als Möglichkeit oder gar *gute Gelegenheit* sich mit seinen eigenen Ängsten und Unsicherheiten auseinanderzusetzen, sie anzuschauen, zu heilen und transzendieren, was letztlich für alle den größten Nutzen hervorbringen kann bzw. wird.

Wir selbst finden dadurch Befreiung und inneren Frieden, trotz der Umstände im Aussen, und schenken uns damit auch Selbstachtung und stärkt unser Selbstbewusstsein. Es zeugt letztlich von großer Selbstliebe, die wir uns zuteil werden lassen und somit auch der Welt.

Das kollektive Angstfeld, das bisher durch unsere Ängste genährt wurde bekommt keine Energie und Aufmerksamkeit mehr und wird dadurch schwächer. Verliert seine Kraft und Macht. Wir stehen dem Selbstbewusst gegenüber und dienen nicht mehr als emotionaler unbewusster Spielball – stehen dafür einfach nicht mehr zur Verfügung.

Denn letztlich ist Angst – im Speziellen wenn es um essentielle bzw. existenzielle Angst geht – ein *gutes Mittel der Wahl* um Menschen zu bewegen und zwar dahin, wohin *man* sie haben will. Man möge nur die Geschichte der Menschheit betrachten, alles wiederholt sich so lange, bis sich der Möglichkeitsraum verändert. Und diese Möglichkeit der Veränderung ist mehr als greifbar – sie ist da und darf / kann von jedem im Einzelnen genutzt werden.

Sicher viele wollen Frieden – im Aussen und vielleicht auch im Innern. Darauf liegt der Fokus. Solange ich in mir selbst – mental und emotional *Krieg* führe – bin ich Spielball äusserer Umstände und das hat für die *großen Spieler* großen Nutzen.

Es wird für Frieden und Liebe gebetet und sicherlich macht es Sinn und hilft auf seine Weise – doch kann es die eigenen inneren ureigenen existenziellen Ängste nicht *weg machen*.

Ich lade ein beherzt sich selbst und die Dinge ehrlich anzuschauen. Diese Zeit als persönliche jedoch auch rebellische Chance zu nutzen, innerlich klarer zu werden, um einen bewussten, aufrichtig Selbstbewussten Umgang mit den Veränderungen dieser Zeit zu erreichen und gut hindurch zu kommen.

Wir (durch-) leben gerade eine starke Zeit der globalen Veränderung und Transformation. Die sich leider in dramatischen Extremen zeigt. Doch dies provoziert auch die Auseinandersetzung im *Kleinen*, d. h. mit sich selbst.

Die Zeit ist nicht morgen – sie ist Jetzt.

Für mein empfinden: Wer sich kompromisslos der Liebe, Schönheit und Freude des Lebens zuwenden, genießen und leben will – darf die eigene (un-) bewusste Schattenwelt nicht ausser Acht lassen, darf sie nicht ignorieren oder verdrängen.

Denn sie ist da – ob wir wollen oder nicht und spiegelt sich mehr oder weniger in der äusseren Welt. Es gilt sie nutzbar zu machen, z. B. als *Peilsender* für innere Konflikte. Bereit sein einen bewussten, heilsamen Umgang damit zu pflegen – frei von Identifikation und Anhaftung.

Sicherlich nicht immer einfach – doch machbar und langfristig *gesünder*.

 

In diesem Sinne wünsche ich Mut Chancen zu nutzen für rebellische Veränderungen mit Dir selbst – für Dich & die Welt.

Text: © Stephanie Fritz