Unerfüllte Erwartungen

Oft heißt es *ich bin verletzt*, die Person/dieses Ereignis ist schuld, dass ich eine tiefe Wunde erlitten habe …. und aufgrund dieser tiefen Verletzung habe ich Angst, kann mich nicht mehr öffnen oder vertrauen, usw..

Wir glauben, dass wir durch jemanden verletzt wurden und uns deswegen schützen müssen, einen Schutzwall aufbauen, uns einpuppen/isolieren oder uns nicht mehr auf Beziehungen einlassen können. Wir wollen nicht mehr verletzlich und angreifbar sein.

Letztlich halten wir fest an schmerzvollen Erfahrungen, begrenzen uns und halten uns davon ab, das Leben in vollen Zügen zu erfahren und zu genießen. Wunderbare und nährende Beziehungen zu haben, usw.

Es gilt zu erkennen und anzunehmen: Es gibt keine wirkliche Verletzung/Verwundung. Was wir als solche irrtümlich abgespeichert haben sind schmerzvolle Erfahrungen aufgrund unerfüllter/enttäuschter Erwartungen.

Unerfüllte Erwartungen können schmerzhaft sein, denn wir bekommen von jemand anderem nicht das was wir gerne hätten oder erwarten. Unser Bedürfnis nach einer bestimmten Sache wird nicht erfüllt.

Die Gründe dafür sind vielfältig, oft sind es Bedürfnisse und Erwartungen (z. B. nach Liebe, Wärme, Geborgenheit, Fürsorge, Aufmerksamkeit, usw.) aus unserer Kindheit, die nicht erfüllt wurden, z. B. zwischen Mutter/Tochter, Vater/Sohn oder später dann in Beziehungen (Freundschaften, Partnerschaft, etc,). Diese Enttäuschungen und der damit verbundene Schmerz, Überzeugungen/Glaubensmuster, ziehen wir unbewusst über Jahre durch unser Leben und kreieren damit unsere Gegenwart.

Wesentlich ist zu erkennen, dass es wichtig ist zu vergeben. Erwartungen zu haben, jedoch nicht davon auszugehen, dass sie immer erfüllt werden. Unerfüllte Erwartungen als Möglichkeit nutzen für Erkenntnis und Bewusstwerdung. Was heißen will: Die Ursache für dadurch entstandenen Schmerz, die meist in der Vergangenheit liegt, zu ergründen und zu transzendieren. Die Kraft der Vergebung zu nutzen, um sich zu befreien. Und trotz möglicher schmerzhafter Erfahrung für sich selbst und das Leben offen bleiben. Verletzlichkeit nicht als Manko sondern als magischen Schlüssel begreifen und annehmen.

 

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