Liebe Dich, liebe Dich, liebe Dich, ….

Liebe ist das, was mich seit Wochen bewegt. Liebe, die anscheinend zu fehlen scheint. Liebe die ersehnt, gesucht und bisweilen nicht gefunden wird. Allem voran geht es um die Liebe zu und mit sich selbst. Für mich, der alles entscheidende Schlüssel.

Es treibt mich um, die Energien tanzen immer schneller und bisweilen auch heftiger. Unsere Gegenwart zeigt sich zunehmend in einer Form, die ein Gefühl der Halt- und Ratlosigkeit provoziert. Unser Denker kommt nicht mehr mit, bei der Flut an Ereignissen, die sich täglich auftun. Aufruhr der Gefühle … bei den einen wird der Wunsch nach Verdrängung, bei anderen die Sehnsucht nach Veränderung stärker.

Doch was tun? Die Dinge, die in der Welt geschehen, können wir nur bedingt oder garnicht beeinflussen oder lösen. Doch wie können wir Achtsamkeit, Fürsorge oder Liebe überall in der Welt fordern, wenn wir grösstenteils in bzw. mit uns Selbst und unseren eigenen Leben im Widerstand und uns in gewisser Weise im *Krieg* befinden?

Oft gehört und zitiert, das Zitat von Mahatma Gandhi: Sei selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst.

Bist Du bereit für Veränderung? Bereit deine Komfortzone zu verlassen? Bereit Dich selbst – ohne wenn und aber – ehrlich anzuschauen? Erkennen wie Du wirklich *tickst* und nicht wie Du es glaubst oder es gerne würdest? Hmmm – provokante Fragen, doch letztlich geht es darum selbst die Veränderung zu Sein. Sie nicht nur zu wollen, sondern sich dafür entscheiden, sie umsetzten (tun).

Was hilft? Liebe.

Wir sind immer mehr gefragt in die Liebe zu gehen. Im Speziellen sich die Liebe zu sich selbst zu eröffnen und zulassen. Raus aus dem Kopf und rein ins Herz und in Verbindung Sein mit seiner Seele.

In esoterischen Kreisen bis hin zu spirituellen Traditionen heißt es:  Alles ist Liebe. Von einem übergeordneten Standpunkt aus – ist das sicherlich der Fall. Doch wir leben auf diesem Planeten in einer Gesetzmäßigkeit, die von Dualität, von Gegensätzlichkeiten, geprägt ist. Es gilt diese Illusion zu überwinden und zu erkennen, dass jeder sogenannte Schattenaspekt dazu gehört. Es gilt die Selbstverständlichkeit und Konditionierung aufzugeben, sich mehr mit sogenannten Negativen zu identifizieren, als mit dem Positiven. Es gilt die Waagschale zu halten von Licht und Schatten, letztlich jedoch unseren Schatten zu nutzen, als Sprungbrett in die Freiheit.

Was hat dies jedoch mit Selbstliebe zu tun?

Vor einigen Jahren wurde mir immer wieder gesagt: Liebe Dich, liebe dein Selbst. Sei in der Selbstliebe und alles wird gut.

Was bedeutet sich selbst lieben? Wie, wenn ich nicht weiß wie? Wie kann ich mich selbst wahrhaftig lieben, wenn ich es nie wirklich gelernt habe? Ich in einer Welt und Gesellschaft groß geworden bin, die mehr an meinem Misserfolg, Fehlern und Unzulänglichkeiten interessiert ist. Macht, Dominanz und Manipulation selbstverständlicher sind, als Unterstützung, Toleranz und Wahrhaftigkeit. Neid, Missgunst anstatt Wohlwollen und Wertschätzung. Dir immer wieder suggeriert wird, dass Du nicht genug, wertvoll oder richtig bist – sofern Du dies oder jenes nicht tust oder hast.

Zu dem Zeitpunkt war ich in der festen Überzeugung verankert, dass ich mich selbst liebe. Indem ich Gutes für mich tue in unterschiedlichster Form. Dinge getan und gekauft habe, die mir Freude gemacht haben. Sicherlich wunderbare Aspekte der Selbstfürsorge und Selbstliebe.

Letztlich geht es um viel mehr …

Wahre Selbstliebe gebiert sich aus sich selbst heraus, indem wir uns selbst bedingungslos annehmen und lieben, was und wer wir sind. Was wir tun oder nicht tun. Unsere Fehler, Schatten jedoch auch unser Licht, unsere Gaben und Erfolge. Eben alles was uns ausmacht.

Doch wie schaut es wirklich aus? Was ist mit all den unbewussten Konditionierungen, Gewohnheiten und Überzeugungen, die wir täglich ausagieren durch unser denken, fühlen und handeln in Bezug auf uns selbst? Wie sehr nutzen wir Dinge, Situationen, Menschen, um uns selbst zu quälen, schaden oder schlecht zu machen. Begrenzen uns, machen uns klein und wertlos, damit wir besser ins *System* (welches auch immer) passen. Wollen nicht vergeben, halten fest an alten Geschichten…

Liebe Dich, liebe Dich, liebe Dich, ….

Wahre Selbstliebe bedeutet für mich sich selbst bedingungslos annehmen. Und dabei meine ich nicht zwingend (nur) den Körper und was diesen ausmacht. Ich meine vielmehr, das was ich im Ganzen über mich selbst fühle oder denke. Über meine Gaben, Fähigkeiten, meine Schöpfungen … wieviel Freude und Begeisterung ich mit mir selbst habe… bis hin das was ich getan habe was nicht schön, freundlich, wohlwollend, etc. war/ist  (und vielleicht besser gelassen hätte und/oder anderes getan) … sprich, seine sogenannten Fehler, sein Schatten.

Die unbewusste Selbstverständlichkeit innerer Dialoge und Überzeugungen, die uns davon abhalten Eins mit uns selbst zu Sein, gilt es durch bedingungslose Selbstannahme zu entlarven indem wir uns selbst ehrlich anschauen, um es wandeln zu können. Es gilt den inneren Krieg gegen uns selbst zu beenden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, was es für eine Herausforderung sein kann, sich selbst ehrlich anzuschauen. Am Anfang, wenn es *nur* um die *leichte Kost* geht, kann man so manches nehmen. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem die ganz unangenehmen Dinge ans Licht kommen (wollen) … das sind die Momente, an denen man vor lauter Scham, Schuldgefühle und/oder schlechtem Gewissen sich wünscht, die Erde spaltet sich und man könnte in dieser Spalte einfach verschwinden. Das ist was es auszuhalten und anzunehmen gilt. Frieden damit zu schließen und sich selbst vergeben. Sicherlich nicht immer einfach – doch letztlich der einzige Weg, um sich selbst in seine Ganzheit annehmen zu können und somit der Liebe zu sich selbst uneingeschränkt Raum zu geben.

Um so mehr Menschen beginnen, Liebe in sich selbst zu eröffnen, anstatt im Außen zu suchen und immer mehr in ihrer Liebe zu sich selbst verankert sind, um so weniger werden sie Spielball In dieser derzeit sehr turbulenten Zeit. Ihr handeln verändert ihre Realität, weil sich ihre Werte, Wünsche und Bedürfnisse beginnen neue zu definieren und zu verändern. Dies kreiert eine völlig neue Welt.

 

Text: © Stephanie Fritz
Bild: pixaby.com