Spirituelle Versuchung

Mein letzter Newsletter ist schon einige Monate her … nicht, dass es nichts mitzuteilen gab… vieles wollte sich formulieren, hat es bisweilen auch, doch immer wieder stellte sich Sprachlosigkeit ein, brach alles weg, verstummte. Es wollte keine rechte Form finden.



Verstummt - vor allem wenn man in die Welt hinaus schaut/e und sich bisweilen fragen darf - was ist das, was da gerade abläuft? Was ist das für eine Welt? …. für eine Realität oder gar Film? Ist das echt? Kann das alles echt sein? Wozu dient es? … und wieviel meiner wertvollen Energie und Lebenszeit möchte ich da hineingeben? Es ist schon besonders, was sich gerade in der Welt alles so ereignet und an die Oberfläche gespült wird. Dinge, die wir für wahr und echt gehalten haben, weg brechen oder sich einfach mal so auflösen.



Was sich zunehmend deutlich zeigt, das wahrhaftige Wahrheit (sofern man das so sagen kann) ihren Weg ans Licht und ins BewusstSein finden will. Bisweilen auch recht rustikal und heftig. Mechanismen der Umkehrung, Framing, Manipulation, Lügen, Missbrauch u. a. m. immer sicht- bzw. erkennbarer werden und nicht mehr wirklich funktionieren wollen….



Spirituelle Versuchung …



Auch im spirituellen/esoterischen Bereich wird es sichtbarer. Angebote die schnelle Heilung, Bewusstwerdung oder als einzigen erfolgreichen Weg deklariert werden - scheinen geradezu zu boomen. Bin bisweilen verwundert, wie mit sogenanntem *Corporate Language* oder von einem CEO, spirituelle Methoden, Yoga und Zeremonien ein zügiger *Weg zu dir selbst* angepriesen werden. Love & Peace, immer im Flow sein, ständige Freude zielsicher anzustreben sind. Vermitteln, wie einfach & stylisch es ist, mit ein paar Stunden im Monat oder einem Wochenende usw. aus dem alten Trott zu (ent-) kommen, in dem man sich selbst, über viele Jahre, verloren zu haben glaubt. Ganz nebenbei heilt man seine Themen/Traumas und wird bewusster. Alles ganz easy.



Riskant empfinde ich in dem Zusammenhang, wenn u. a. Kakao-Zeremonien angeboten werden, von Menschen, mit offensichtlich wenig Erfahrung. Wo sich zwangsläufig die Frage auftürmt, ob und in wie weit BewusstSein vorhanden ist, in Verbindung mit einem Wesen und Pflanzengeist des Kakaos. Aber ja - auch dies darf es geben … 



Bewusstwerdung und Heilung hat - für mich - nichts stylisches noch ist es immer *love & peace* oder gar easy. Doch solche Angebote holen viele, in dieser herausfordernden Zeit, da ab, wo es unbequem ist/wird. 



Was gerade zunehmend als Lifestyle content angeboten - und von vielen gern angenommen wird (was ja auch legitim ist) - ist letztlich eine Versuchung für fast-food Spiritualität und lädt zu spirituellem bypassing ein. Wahre bzw. tiefgreifende Heilung und Bewusstwerdung ist damit nicht wirklich möglich, da aus meiner Ganzheit als Mensch/Seele - in dem was *ich wirklich bin* - Teile ausgegrenzt, beschnitten und/oder unterdrückt werden. Vielen ist das nicht klar. In dieser Art von Angeboten werden Hierarchien zelebriert von guten und schlechten Gefühlen/Emotionen. Symptome gemildert, jedoch meist keine Ursachen geklärt. Gute Erfahrungen vermittelt, die manchmal eine Art Veränderung ermöglichen können - jedoch meist keine tiefgreifende nachhaltige Heilung und/oder Integration von Anteilen.



Das gilt genauso für das erhöhen seines BewusstSeins. Was letztlich nicht möglich ist - darüber habe ich vor längerem geschrieben *BewusstSeins Hoax* Link zum Artikel weiter unten.



Der Weg wahrhaftiger Heilung und Bewusstwerdung inkludiert alles und schliesst nichts aus!



Per se ist an solchen Angeboten nichts schlechtes, doch sie verführen einem Prinzip zu folgen, das eine andere Art des Trotts am laufen hält. Verführt Regeln, (spirituelle) Dogmen und/oder *must & don’t* zu folgen, die mit authentischer Verbindung zu sich selbst sowie mit wahrhaftiger Seelenheilung und Bewusstwerdung - aus meiner Erfahrung und Sicht - wenig zu tun haben. Sie provozieren und unterstützen eine weitere Trennung bzw. Distanz zu sich selbst.



Sicherlich man fühlt sich (zeitweise) besser, doch in dem man Schattenaspekte (Wut, Leid, Trauer, Schmerz, Angst, u.a.) mit *Licht & Liebe* überzuckert, als no-go’s weg atmet oder … fördert abspalten und unterdrücken eigener Anteile sowie Themen.



Und da wären wir beim Nächsten - was bedeutet sich selbst finden? Letztlich ist niemand verloren gegangen. Vielmehr geht es darum den Weg zurück zu sich selbst zu finden und gehen. Zu dem was da ist und schon immer da war. Dies frei zu legen, ans Licht zu holen. Das was von anderen zugeschüttet und/oder fragmentiert wurde zu befreien und wieder zusammenzufügen.



Das mag jetzt alles recht harsch klingen, doch ich bekomme es zunehmend immer mehr mit. Die Sehnsucht, die innere Leere zu füllen; Antworten auf Sinn- und Lebensfragen zu finden … werden immer lauter. In diesen zunehmend *ver-rückten* Zeiten kommt dies immer mehr an die Oberfläche. Zudem die Energien immer  feiner werden. Wir sehen es ja in der Welt - immer mehr Wahrheit will an die Oberfläche und wird regelrecht nach oben gedrückt.



… und so geschieht es auch bei vielen Menschen. Es wird sichtbarer, dass unterdrückte, verdrängte oder unbewusste Themen/Traumas an die Oberfläche drücken - ob man will oder nicht. Auch mal regelrecht ungebremst ans Licht preschen … was sich u. a. auch mit körperlichen Schmerzen, gesundheitlichen Themen (die unspezifisch daher kommen können) u. a. zeigen kann. Im allgemeinen kommt gerade viel an die Oberfläche, was versteckt und unterdrückt wurde oder schlicht nicht gesehen werden will.



Damit umzugehen, provoziert Herausforderungen, die phasenweise nicht wirklich bewältigt werden können, da uns dies meist von Kindesbeinen an aberzogen wurde. Wenn man bisher mit sich selbst nicht oder wenig auf Tuchfühlung war/ist, weniger gut in und mit sich verbunden ist, kann sowas als bedrohlich empfunden werden. Die Tendenz sich nicht mit sich selbst auseinander setzen zu wollen/können und/oder sich selbst und die Dinge ehrlich anzuschauen ist eine gängige Triebfeder für bypassing. 



Immer wieder erlebe ich es in meiner Arbeit, das man Veränderung will - doch nur solange es nicht *weh tut* oder unbequem wird. So paradox es auch klingen mag … wenn es darum geht alte destruktive Muster/Strukturen zu erkennen und wirklich opfern, damit was anderes/neues entstehen kann; sich selbst ehrlich anzuschauen, um zu erkennen, was man sich selbst und ggf. auch anderen antut, was sabotiert, manipuliert, usw. … aus dem Feld der Schuld, Scham, Opferhaltung, Rechenschaft, u. a. auszusteigen … schmilzt der Wille Dinge zu verändern gern mal auf ein Minimum. Die Flucht ins bypassing tritt offene Türen ein.



Ja - das kann alles unbequem sein, doch wer die *Geschichte* über sich selbst und das Leben, die uns von anderen vorgegeben oder gar übergestülpt wurde, entlarven und neu gestalten möchte, steht zwangsläufig kurz oder lang an dem Punkt zu entscheiden welchen Weg man wirklich gehen möchte und wird.

 Was letztlich jedem seine eigene individuelle Entscheidung ist.

Jene die mich und meine Arbeit kennen, wissen aus eigener Erfahrung, dass Heilung und Bewusstwerdung ein Weg ist. Der nicht in ein paar Wochen oder Monaten gegangen ist und dann *alles* erledigt ist. Eine Entscheidung ist, wie man mit sich selbst und dem Leben umgehen möchte und mit den damit verbundenen Höhen und Tiefen. Ein dynamischer Weg ist, der nicht immer einfach ist, doch zunehmend befreiend und heilsam - sofern man es sich selbst zugesteht und ehrlich mit sich selbst und dem Leben ist. Es nichts damit zu tun hat, fortwährend als *Problembär* durchs Leben zu gehen oder sich immer wieder neu als Problem zu erfinden. Dass dieser Weg nicht vom Denker - sondern von einer anderen Instanz, unserer Seele - orchestriert wird - sofern wir es zulassen.



Dabei spielt die Bereitschaft sich, frei von Konzepten und Bewertungen, auf das eigene *Unbekannte* einzulassen eine wesentliche Rolle. Sich zu erlauben zu erinnern. Sich einlassen auf andere Wahrnehmungen, Gefühle,.. bis hin zu Sehnsüchten, Bedürfnissen, Überzeugungen und/oder Werte, die oftmals neu definiert und formuliert werden wollen. Ja und es mag bisweilen unbequem sein, sich darauf einzulassen was wir spüren und wahrnehmen … doch darin liegt die heilsame Herausforderung sowie Möglichkeit für Veränderung - dies auszuhalten und anzunehmen … 



So einfach und banal es auch klingen mag - so gross bisweilen die Herausforderung: Veränderung zu zulassen, dass sich Dinge, Situationen, Wahrnehmungen, Erfahrungen, etc. wirklich ändern. Doch das erscheint oftmals als die grösste Hürde an sich. Dieses zulassen, aushalten und annehmen, von dem was sich als verändert etablieren möchte - denn ja - es ist anders und kann unbekannt, unangenehm, ungewohnt, komisch … usw. sein. Doch da werden manche sprichwörtlich zum springenden Punkt und schlagen sich in die Flucht - letztlich vor sich selbst.



Dieser Weg hat mit Eigenverantwortung zu tun, die VerANTWORTung selbst zu tragen ob und in wie weit dieser Weg gegangen wird. Die Antwort selbst zu Sein, auf sein eigenes Leben oder auch nicht. Denn niemand kann dies tun - ausser man selbst.



Eine schnelle Lösung/Methode u. a. mag da als rettender Anker erscheinen - doch dies kann und wird meist nicht den gewünschten Erfolg bringen. Muster, Überzeugungen u. a. die sich über viele Jahre oder gar Jahrzehnte entstanden und gelebt wurden - egal ob gut oder schlecht - brauchen ihren individuellen Raum für wohlwollende und heilsame Korrektur.



Viele unterschätzen in solchen Momenten die Tragweite von Energien. Was alles über die energetische Ebene möglich ist. Es auch im Spirituellen einiges an Manipulation und Missbrauch gibt - auch wenn es nach aussen positiv, stylisch, lichtvoll usw. aussieht - dieses Erscheinen ist kein Garant, dass dem so ist. Hin zu schauen und zu erspüren, auf was und wen man sich einlässt - ist wesentlich - anstatt sich von *Oberflächlichkeiten* oder verführerischen Aussagen blenden zu lassen.


Wie dem auch sei … das Ganze will als Inspiration verstanden werden in einer Zeit, die geradezu provoziert sich auch auf andere Wahrnehmungen sowie Veränderung einzulassen. Kann gegebenenfalls eine Antwort auf die Frage sein *warum manches nicht (mehr) funktioniert bzw. man wieder am gleichen Punkt steht wie vor … Monaten/Jahren* (obwohl man etwas für sich getan bzw. mit sich gearbeitet hat) oder … .



In mir bäumte es sich einfach immer mehr auf, bei dem was ich zunehmend wahrnehmen darf/durfte. Letzten Endes wählt jeder für sich, dass was stimmig ist, auch wenn es um Versuchungen, bypassing oder was auch immer geht. 



Wir leben in einer spannenden Zeit, die - für meine Wahrnehmung - nicht nur herausfordert, sondern eine Einladung ist sich selbst nicht mehr zu vermeiden sondern in seiner Ganzheit selbst Raum zu geben … 



In diesem Sinne feine Zeit & *joyful being*,





Stephanie